Depressionen gehören zu den häufigsten und in ihrem Leidensausmaß am meisten unterschätzten psychischen Störungen.
- Mehr als 300 Millionen Menschen auf dem Globus leiden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (2017) an dieser seelischen Krankheit, Tendenz rasch steigend.
- In Bayern gilt nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts rund eine Million Erwachsene als seelisch belastet (“Bericht über psychische Gesundheit von Erwachsenen in Bayern – Schwerpunkt Depression”, vorgestellt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Oktober 2017).
- Frauen sind rund doppelt so häufig von Depression betroffen wie Männer. Am höchsten liegt die Zahl der depressiv Erkrankten bei Frauen zwischen 45 und 64 Jahren.
Die Dunkelziffer ist allerdings hoch.
Ca. 50 Prozent der Depressiven ziehen keinen Arzt zu Rate und etwa die Hälfte der Depressionen wird von Allgemeinärzten nicht erkannt (Möller, Laux, Deister: “Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie”, 6. Auflage, S. 93).
- Depressionen können zahlreiche Ursachen haben, die oft gleichzeitig auftreten: genetische, neurobiologische, psychosoziale Faktoren spielen beispielsweise eine Rolle, auch kritische Ereignisse (“Schicksalsschläge”) und Dauerstress.
- Depressive Störungen nehmen viele Formen an. Die Fachwelt spricht heute von leichten, mittelschweren oder schweren “depressiven Episoden”, mit oder ohne körperliche Erscheinungen (“Somatisches Syndrom”), mit oder ohne Angst, mit oder ohne Wahnvorstellungen
- Depressionen können – wie auch die übrigen sogenannten affektiven Störungen – verschiedene Verläufe nehmen: Spontangesundung, nur wenige Male wiederkehrender oder chronischer Verlauf usw. Eine besondere Ausprägung ist die Dysthymia, eine leichte, aber hartnäckige Art der Depression.
Und nun noch ein paar positive Nachrichten:
"Prinzipiell haben die depressiven Störungen eine günstige Prognose."
Hans-Jürgen Möller, Gerd Laux, Arno Deister, "Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie" 6. Auflage, S. 123
"Prinzipiell haben die depressiven Störungen eine günstige Prognose."
Hans-Jürgen Möller, Gerd Laux, Arno Deister, "Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie" 6. Auflage, S. 123
- Depressionen sind in der Regel gut behandelbar. Je nach Schweregrad kommen Psychotherapie und/oder antidepressive Medikamente zum Einsatz. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie darf (und will) ich keine Psychopharmaka verschreiben, das ist Psychiatern vorbehalten. Ich bin jedoch berechtigt, Diagnosen zu stellen und kann meine Klientinnen bei leichteren depressiven Störungen in meiner Praxis selbst behandeln (siehe “Meine Arbeitsweise”).
- Depressive Episoden stellen für die Betroffenen und auch für ihre Angehörigen meist schmerzliche Erfahrungen dar. Da ist es gut zu wissen, dass Depressionen eine äußerst wichtige Funktion besitzen: depressive Störungen sind ein deutliches Signal dafür, dass sich die betroffene Person in einer sehr ungünstigen, womöglich gefährlichen Situation befindet (Stavros Mentzos: “Lehrbuch der Psychodynamik. Die Funktionalität der Dysfunktionalität”, 7. Auflage, S. 126).